Just Jack - Starz In Their Eyes
In einer Kleinstadt wie Neuss, sollte man eigentlich keinerlei Veränderungen warten. Die Stadt bleibt klein, die Menschen bleiben Neusser und auch wenn hier und da ein Gebäude abgerissen und ein Stadtpark grundgereinigt wird, bleibt alles doch beim Alten. Sollte man meinen.
Nach einem schmackhaften Zauberfrühstück mit Svenja, dass gut und gerne von 10.30 Uhr bis 14 Uhr dauerte, traf ich einen zukünftigen Yalie. Fedor. Interessanter Name, interessanter Junge. Generell war ich nach den Bulldog Days nicht so begeistert von der Class of 2011, aber Fedor ist ein feiner. Auch wenn es mir ein wenig unangenehm war, dass er mir wirklich durchgehend Dinge gekauft hat - von der neuesten Vanity Fair, über Sushi (”Ich nehme das Sushi-Lunch.” “Nein! Das ist nicht genug! Nimm das!”) bishin zu Kiwi Eiscreme. Vielleicht hätte ich vehementer protestieren können, joah. Habe ich aber nicht
Später ging es dann in Richtung Ansgi (mein Lieblings-Wahl Münchener hatte Geburtstag) und natürlich konnten wir mal wieder nicht anders als alte “Thomas-versaut-allen-alles”-Geschichten auszupacken. Es ist aber auch - zugegebenermaßen - viel auf meinem Mist gewachsen (ein Auszug) :
- Als Christina einen Kurzhaarschnitt hatte, sah sie recht männlich aus, weswegen wir (na gut, ich) aus Langeweile dafür gesorgt haben, dass sie mit einem Mädchen auf ein Date geht. Sie trug meine Baggy Hosen/Pullover, sprach mit einer tiefen Stimme und wurde von mir “Carlos” genannt. Am Ende des Dates, hatte Christina’s Gegenüber ein paar Zweifel an der Echtheit ihres Geschlechts und wurde, wie sich später herausstellen sollte, lesbisch.
- Mit 16 spielten wir “Wahl, Wahrheit oder Pflicht” und es lag an mir David eine Wahl zu stellen - er hatte die Wahl zwischen Sandra einen Kuss auf die Wange geben und Markus’ Schweißfüße zu küssen - unvergessen, er wählte aus Schüchternheit Markus’ Füße.
- Irgendwann mit 15 sorgte ich dafür, dass Christina und Ansgar nach einer Party alleine auf einer Terasse ausgesperrt wurden, sodass sie sich ihre Liebe gestehen konnten. Was natürlich nicht so gut lief.
- Als Thomas mit mir auf ein Football-Spiel gehen wollte, hatte er die Karten besorgt, eine Stunde auf mich gewartet und mich dann später angerufen - wie sich rausstellen sollte, habe ich ihn schlichtweg vergessen.
Ja. Ähm. Jedenfalls ging es weiter mit ein paar Runden “Wer bin ich?” (ich war Frodo, Tine von “Einsatz in 4 Wänden” und Optimus Prime) und irgendwann waren dann alle viel zu betrunken, um mich nach Hause zu fahren, weshalb wir dann einfach bei Ansgi blieben und ein bisschen kuschelten - ach ja, homoerotische Tendenzen sind bei meinen besten - männlichen - Freunden an der Regel
Und heute gegen 7 Uhr ging es wieder Richtung home, sweet home.
Lustige Information am Rande: Meine Mutter denkt zwar, dass es mir irgendwie peinlich ist, wenn sie mich anrufen sollte, während ich mit Freunden unterwegs bin, aber das stimmt überhaupt nicht. Es stört mich kein bisschen. Sie hat mich schon auf Dates angerufen; wo ist denn da bitte die Peinlichkeit? Sie schenkte mir das Leben, dann kann sie ja wohl auch ab und zu anrufen! Deswegen hatten wir heute eine kleine Diskussion , da ich versucht habe sie anzurufen und ihr Bescheid zu geben, sie aber nicht dranging und mich ja nicht hätte anrufen können, “da sie nicht stören wollte.” ?! Ach, Mami.
Zwischenmenschliche Beziehung sind tendenziell anstrengend.
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